Die Presse über uns:

 Frau Barbara Goerlich schreibt in 
der Frankfurter Rundschau - Rubrik Tafelspitzen:

Die knusprig gebratenen Ravioli sind ein Gedicht
Bei "Frezzini's" in Offenbach gibt es mediterrane Küche der etwas anderen Art.

Neun Jahre kochte Ottavio Frezzini unter Ausschluß der Öffentlichkeit als Leib-, Haus und Agenturkoch der Werber von Ogilvy & Mather in Sachsenhausen. Seit Januar hat ihn die Welt wieder. In der unscheinbarsten Multikulti-Ecke Offenbachs betreibt er mit seiner Frau und einem Kellner das "Frezzini's". Nicht noch ein Italiener, sondern einer, der etwas anderen Art. KEINE Dorade in der Salzkruste, keine auf der Karte verewigte Pastalangeweile oder Carpaccio banal. Der Trip nach OF belehrt uns eines besseren. Ottavio Frezzini kocht, wie wir es gern öfter hätten. Italienisch? Auf jeden Fall Zutaten, Zubereitungsarten und Stil sind eindeutig südländisch. Und trotzdem nicht das, was oft als mediterran verkauf wird, nur um die literweise Verwendung von Olivenöl zu rechtfertigen. Ottavio Frezzini zieht anständige Fonds, die er mit Butter zu filigranen, aber auch deftigen Saucen aufmontiert. Und er kommt ganz ohne Sahne aus. Das Lokal ist 25 Plätze klein, in Weiß gehalten, und kommt außer hochstieligen weißen Rosen, ohne jede Dekoration aus. Das Dekorative, Farbige, Üppige steuert die Küche bei. Die weißen Tellerränder dekoriert der Chef großzügig mit Schnipseln von Radicchio, Kräutern oder Karotten. Jedes Gericht bekommt so seinen eigenen (Bilder-)Rahmen, das i-Tüpfelchen sozusagen.
Den vielversprechenden Auftakt bereitet hausgemachtes Brot mit Pürees von Aubergine, Paprika und Kichererbsen-Minze.
Fischgerichte empfiehlt die Dame des Hauses je nach "Tagesfang". Sie kommen meist gebraten mit Gemüse auf den Tisch. 
Die Lektüre der Karte ist ein Mund wässerndes Vergnügen, auch bei den Preisen. Mit Kaninchenrücken (32 DM) ist es so eine Sache. Meist bekommt man ihn knochentrocken auf den Teller. Nicht bei Maestro Ottavio, der ihn auf einem intensiven Bratenfond zu Pesto aus gehackten Oliven und Pinienkernen arrangiert. Das Wildschweinsaltimbocca (32) ist wunderbar zart mit fruchtiger, leichter säuerlicher Salbei-Johannisbeersauce. Die könnte einen zum Tellerablecken verführen.....
Gleiches bei den Ricotta-gefüllten Ravioli, in brauner Butter knusprig angebraten, auf einer Sauce aus Zimpt, Pfeffer, Butter und Fleischsaft. Ein Gedicht zu 14,50 Mark. Nicht minder apart die Spinatgnocchi in Paprikacreme mit Hummerstückchen (17), exzellent.
wahlweise gibt es zu den Hauptgerichten hausgemachten Kartoffelgratin und entweder Spinat oder Salat. Gelegentlich sollte der Meister seine Aufmerksamkeit unbedingt  einmal auf die Salatsauce richten, dder jeder Pep fehlt. Zum Dessert - von Panna Cotta bis Zabaione - empfiehlt die Karte fünf Süßweine.
Die Vielfalt der Küche setzt sich auch im Keller fort, obwohl die großen Namen fehlen. "Die trinken die Leute doch zu Hause." (O-Ton Frezzini). Seine Weine sind dem Standard angepaßt, mit knaßß 20 Mark Serviceaufschlag kalkuliert und kosten zwischen 33 und 81 Mark. Da läßt sich manches Schnäppchen und manche Entdeckung machen. Das Faßbier vonnt von Köpi (0.2 zu 4 Mark).
Eine ständig wechselnde Karte läßt den Spaß  an den Frezzinis nicht kleiner werden: Den Risotto mit Erbsschoten und Minze (14,50) müssen wir noch probieren und die Crespelle mit Steinpilzvarce in Salbeibutter, das Rinderfilet mit Gänseleber und Apfel, und, und, und.


 In der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schrieb 
Herr Jürgen Richter in der Rubrik GESCHMACKSACHE:

Offenbach ist eine internationale Stadt, in jeder Beziehung und mit jeder Konsequenz. Das erlebt der Besucher beispielweise auch im Restaurant "Frezzini's" am Rand der Innenstadt. In einem übersichtlichen Raum, ursprünglich ganz sicher für einen Laden konzipiert, genießt er eine stilvolle Schlichtheit mit weißer Tischwäsche, weißen Kerzen in silbernen Haltern und weißen Rosen in hohen Gläsern. Gepflegt wird mediterrane Gastlichkeit mit kompetentem Service und ohne Gehabe. Mit einer Speisenkarte, die die Beschränkung als Konzentration auf Stärken glaubhaft macht, die sich mit der gediegenen wie kreativen Umsetzung klassischer italienischer Rezepte Freunde macht. 
Die Begrüßung bestand aus Weißbrot und Grissini zu Butter und luftgetrockneter Salami: In Verbindung mit den offenen Abruzzenweinen, mit dem vollmundigen Roten und dem süffig-trockenen Rosé (das Viertel für acht Mark), waren schon die wichtigsten Komponenten einer mediterranen Mahlzeit versammelt.
Die Scaloppine, dünn geschnittene und kurz gebratene Kalbsschnitzel, waren dezent gewürzt, sodass der Fleischgeschmack allein mit Mozzarella und Tomaten konkurrierte und sich mit den herben Kräutern verband. Die Piccatini, drei dünne Streifen von der Kalbsleber, waren zwar angebraten und kurz nachgedünstet, sie kamen aber ohne Salz und allein mit Kräuterwürzung auf den Tisch. Rosmarinzweige und ein pikantes Zwiebelmousse als Unterlage sowie eine Trüffelbeigabe fügten sich mit der Leber zu einer geschmacklich runden Komposition.
Zum Nachwürzen wird im "Frezzini's" eine Salzmühle gereicht, sie kommt wohl eher zum Zuge bei den Beilagen, einem gratinierten Kartoffelrösti und ebenfalls ungesalzenem Blattspinat. Solche Speisen verführen und sättigen ohne Vor- und Nachspiel. Für 30 bis 37 Mark gibt es unter den Hauptgerichten aber auch eine solide Portion Lammkarree, zartrosa gebraten, mit einer sparsamen Beilage aus Karotten, Blattspinat und Rösti oder ein deftig angebratenes Filetsteak, zum Beispiel mit Gänsestopfleber. Dazu bietet das Haus ausgesuchte rote Barolos und Barbarescos durchweg unter 90 Mark.
Natürlich reicht das Angebot weiter von den Antipasti bis zu den Dolci, letztere einschließlich der passenden Südweine. Fischgerichte werden nicht auf der Karte geführt, aber nach Marktangebot empfohlen, die Chancen für Seezunge oder Seeteufel stehen meist gut. Bei den Meeresfrüchten werden frische Marktkäufe mit gegrillten Gambas kombiniert und mit Reis und Salat komplettiert. Die Preise bleiben, selbst bei einem kleinen Hummer, unter 40 Mark.


Journal Frankfurt
Intermezzi Frezzini

Weiße Wände, helle Bestuhlung, silbergraue Stores, in dem langgestreckten Raum lenken nicht einmal Bilder vom Wesentlichen ab – dem Essen. Das kreiert der Chef Otavio Frezzini selbst, während sich Ehefrau Sigrid um die Gäste kümmert. Frezzinis Küche steckt voller Überraschungen. Sein Vitello Tonnato – »rosa gebratenes Fleisch aus der Kalbsoberschale mit Thunfischsauce« – wird auf einem Salat von Rauke und Prinzeßbohnen zu einer frischen Alternative. Wer Fischsoße nicht mag, der sollte sich dem »Insalata con Quaglie« zuwenden, der »ausgelösten Wachtel auf verschiedenen Blattsalaten in Estragon-Basilikum-Dressing«, das einen ganzen Kräutergarten auf die Zunge bringt. Manche mögen es lieber heiß. Denen empfehle ich »Crespelle, gefüllt mit einer Farce von Steinpilzen in Salbeibutter«. Augen zu und langsam genießen! Ein kulinarisches Highlight auch die »Hausgemachten Ravioli mit Ricottafüllung« in einer ungewöhnlichen Sauce »von Zimt und schwarzem Pfeffer«. Wer bei der Auswahl der »Antipasti« oder »Primi« schon nicht wußte, wo er zuschlagen soll, hat bei den Hauptgerichten erst recht die Qual der Wahl. Lieber Saltinbocca, vom Wildschweinrücken in einer Soße von Johannisbeeren und Salbei, oder lieber die »Schnitzelchen von der Kalbsleber« auf Zwiebelmousse mit Wintertrüffeln? Meine Wahl fällt auf Rinderfilets mit Gänsestopfleber und dünnen Apfelscheiben, in einer kräftigen dunklen Sauce. Das Fleisch ist auf den Punkt gebraten, zart und saftig, die Zutaten im Zusammenspiel molto bene! Die Beilagen, Kartoffelgratin und Salat (wahlweise Blattspinat), sind da – wenn auch von guter Qualität – Nebensache. Eine weitere angenehme Überraschung: die Preise. Antipasti kosten zwischen 14 und 21 Mark, Pasta zwischen 14 und 17 Mark, das teuerste Hauptgericht 37 Mark. Dieser Trend setzt sich in der Weinkarte fort. Eine Flasche 93er Barolo (Riserva Söri Ulivo DOCG Gigi Rosso), der Châteauneuf du Pape unter den Italienern, ist mit 70 Mark ausgepreist, der 95er Chianti Classico DOCG Riserva mit 54 Mark, und für einen 97er Montepulciano d’Abruzzo verlangen die Frezzinis 33 Mark. Auch beim Lesen der Weißweinkarte kommt Freude auf. Dort findet man unter anderem einen 97er Pinot Grigio (36 Mark), einen 97er Soave classico, einen 97er Vernaccia (39 Mark) und einen 96er Gavi di Gavi (79 Mark).Nur die Dessertkarte ist ein wenig spartanisch. Vier Angebote, und die auf den ersten Blick ein bißchen langweilig. Panna cotta, Tiramisu, Créme brûlée, Zabaione. Die Créme brûlée aber ist eine Sünde wert, und wenn man ohnedies gerade über die Stränge schlägt, dann sollte man sich dazu ein Glas 92er Vino Santo oder 93er Sauternes einschenken lassen. Monica Weber-Nau

Italien exklusiv (Rang 6)
Offenbach


Marco Polo
Frankfurt special:

Ottavio Frezzini kocht in seinem weißen Minilokal italienisch, wie man es gern öfter hätte und kommt ganz ohne Sahne aus. Zum saftigen Kaninchenrücken gibt es Pinien-Oliven-Pesto, die Ravioli liegen auf aparter Sauce aus Zimt und Pfeffer.


Allgemeine Hotel- und Gaststätten-Zeitung
Mittags Kantine, abends Ristorante

VON BARBARA GOERLICH

OFFENBACH/FRANKFURT Ottavio Frezzini war viele Jahre Leib- und Magenkoch von Ogilvy & Mather in Sachsenhausen. Jetzt ist die Werbeagentur aus- und die Arbeitsagentur eingezogen. Doch Frezzini kocht weiterhin am angestammten Standort seiner „Edel“-Kantine im Hainer Weg. Das luftige Restaurant im Untergeschoss eines Bürohauses besteht aus zwei hellen Räumen und einer großen Terrasse. Alle Gerichte – Salate, Pasta, Pizza und je ein Tagesgericht – sind budgetfreundlich kalkuliert.

Abends wechselt Frezzini den Herd und kocht mit Sohn Sandro im Offenbacher Frezzini’s, italienisch, aber nicht das, was die normalen Italiener so auftischen. Im Frezzini’s sind alle Nudeln und ihre Füllungen wirklich hausgemacht, und haben Fische und Fleischgerichte jene Raffinesse, die sie andernorts so oft vermissen lassen. www.frezzinis.de


DER FEINSCHMECKER
(Sonderheft "Die besten Italiener in Deutschland"

Der frühere Leib- und Hauskoch einer Werbeagentur hat mit seinem kleinen Lokal (25 Plätze) Glanz ins unscheinbare Multikulti-Viertel Offenbachs gebracht. im schlicht weiß gestylten Lokal lässt bereits das hausgemachte Brot mit feinen Gemüsepürees die kommenden Genüsse ahnen.
Frezzini & Sohn ziehen anständige Fonds, die sie mit Butter zu filigranen, zuweilen auch deftigen Saucen aufmontieren. Die hausgemachten strozzapreti (Buchweizen-Gnocchi) mit Schnittlauch und Tomaten werden in brauner Butter  knusprig gebraten. Saftiger Kaninchenrücken mit Balsamico-Kirsch-Sauce und schmelzigem Vanille-Parmesan-Risotto. Prima: die zuppa inglese mit Aprikosenmousse. Freude auch über die Weinpreise (ab 13 Euro für eine Flasche DOC-Wein), die viele Entdeckungen zulassen.
 




Essen und Trinken
Offenbach/Frezzini's

Im minimalistisch eingerichteten Frezzini's können sich maximal 26 Gäste auf das konzentrieren, was die Küche zu bieten hat:
drei viergängige Menüs für ca. 30 Euro und eine überschaubare Anzahl an Gerichten à la carte.
Zum Beispiel im Haus gebackenes Brot mit dreierlei Mousses (Radicchio, weiße Bohnen/Zitronenthymian und Apfel/Zwiebel), gebeitzter Lachs mit Graupenrisotto, sehr gekonnte Päckchen mit feinem Kalbsbriesragout und Butter aus weißen Trüffeln, zarte Saltimbocca alla romana mit Minze, als I-Tüpfelchen eine Kokos-Timbale mit Mascarpone-Creme, Limettensirup und hausgemachtem Nusslikör. Gute italienische Weine (auch aus unbekannten Gebieten), großartige Grappasammlung, solides Preis-Leistungs-Verhältnis.